Abschluss 2016
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Sie geben Kindern Orientierung und vermitteln Werte

28 Absolventen der Fachakademie für Sozialpädagogik (FAKS) der Deutschordensschwestern haben im Rahmen eines festlichen Abschlussgottesdienstes in der Kirche St. Paul, den sie unter dem Thema „Kommt her, folgt mir nach, ich will euch zu Erziehern/Erzieherinnen machen“, ihre Zeugnisse erhalten. 26 junge Damen schlossen die Kinderpflegerinnenausbildung ab.

Domkapitular Helmut Reiner beglückwünschte die Absolventen zu ihrem Erfolg. Er stellte seine Predigt unter das Thema „Berufung und Beruf“, erzählte die Berufungsgeschichte des Samuel und wie Jesus seine Jünger berief. Er sagte den frisch gebackenen Erzieherinnen und Erziehern sowie Kinderpflegerinnen, auch sie sollten zu Menschenfischern werden und ihr „Herz als Köder an die Angel hängen“. Er rief sie auf, ihren Beruf mit ganzem Herzen auszuüben, mit Zuversicht in ihre berufliche Aufgabe und ihr ganzes Leben gehen.

Zu den Fürbitten legten die Noch-Schüler große Blätter in Form von Sprechblasen mit den Worten „Liebe“ und „Frieden“ oder „Begleiter“ vor den Altar. Sie beteten für ihre „Wegbereiter“ und dafür, selbst gute Begleiter zu sein. Sie luden die Gottesdienstbesucher, darunter Eltern, Partner, Lehrer, Schulleiterin und Provinzoberin Schwester Maria-Franziska Meier und Vorgängerin Schwester Mirjam Müller, ein, Zukunftswünsche an die Jungerzieher vorzutragen oder an den Altar zu legen. „Nicht auf ausgetretenen Pfaden zu gehen, Spuren zu hinterlassen und mit dem Herzen zu gehen“, trug eine Mutter für ihre Tochter vor. „Gesundheit, Liebe, Glück und dass ihre Träume, Ziele und Wünsche sollten nach und nach in Erfüllung gehen“, wünschte ein Vater. „Die Familie steht immer hinter dir“, versicherte ein anderer. „Mögen Engel dich begleiten“, schmetterten die Absolventen unter der Leitung von Gottfried Wölfl, die den Gottesdienst musikalisch umrahmten, das „FAKS-Lied“. 

Schulchefin Schwester Maria-Franziska Meier sprach Dankesworte für die „guten Worte der Predigt“ und die Gottesdienstgestaltung.

Stellvertretende Schulleiterin Gertraud Fuchsberger-Zirbs fragte angesichts der dramatischen Anschläge in den letzten Monaten und Tagen, was die Täter, darunter auch junge Menschen, zu diesen schrecklichen Taten trieb und wo junge Leute heute einen Anker finden, an dem sie sich festhalten können. Erste Adresse sei die Familie und dann folgten Kinderkrippe, Kindergarten und die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit. Hier seien die Absolventen am Zug.

Sie erwarben ihre mehrjährige Ausbildung aber nicht, um als Feuerwehr der Gesellschaft zu agieren, betonte Fuchsberger-Zirbs. Gemäß dem Motto der Abschlussfeier nähmen sie ihren „Beruf als Berufung“. Sie stünden damit in einer langen Tradition von Menschen, die in ihrer Arbeit stets mehr sahen als den bloßen Broterwerb, ein geistig-spirituelles „Angerufen-Sein“ in der Form, wie Jesus seine Jünger berief. Daraus habe sich eine Beziehung entwickelt, die für den Rufenden und die Berufenen einen Wendepunkt in ihrem Leben markierte.

Auch wenn es um das Image des Erzieherberufs in der Gesellschaft nicht zum Besten steht, gelte es, den Wert der eigenen Arbeit und diesen wichtigen Beruf immer wieder offensiv und mutig nach außen zu vertreten, sagte Fuchsberger-Zirbs. Die jungen Erzieherinnen und Erzieher dürften sich nicht nur „gerufen, sondern auch berufen fühlen“. Sie seien künftig dafür zuständig, Kinder und Jugendliche zu beaufsichtigen, dafür zu sorgen, dass ihre Grundbedürfnisse befriedigt werden und das Erlernte anzuwenden. Sie seien zudem Vorbild für sie. Sie vermittelten die Werte der christlichen Tradition, von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Dies sei ihre besondere Verantwortung. Sie müssten eine feste Haltung einnehmen und damit Kindern und Jugendlichen Orientierung geben sowie für Grundwerte einstehen und diese auch offensiv verteidigen.

Die stellvertretende Schulchefin riet den Absolventen aber, nicht denen zu lauschen, die am lautesten rufen, sondern die leisen Töne zu nutzen, auch einmal einen Schritt zurückzutreten und mit Gelassenheit und innerer Ruhe auf das Gegenüber zu blicken. Die Schule habe den Scheidenden die Basis vermittelt, Theorie und praktisches Handwerkszeug, um den vor sich liegenden Weg zu gehen. Sie wünschte ihnen das Beste für die berufliche Zukunft und Gottes Segen.

Text und Foto: Theresia Wildfeuer

Abschluss 2016