Abschluss 2017
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Die Herzenstür für die anvertrauten Kinder und Jugendliche öffnen

Eine neue „Tür zum Leben“ haben 33 frisch gebackene Erzieher der Fachakademie für Sozialpädagogik (FAKS) des Deutschordensschwestern-Provinzialrates Passau und 26.. Absolventen des Sozialpädagogischen Seminars geöffnet. Unter diesem Motto feierten sie in der neu renovierten Universitätskirche St. Nikola ihren Abschluss. Schulleiterin und Provinzoberin Schwester Maria-Franziska Meier ehrte Anna Sophie Sonnleitner als Schulbeste, die einen Notenschnitt von 1,17 schaffte sowie Elisabeth Pischl mit der Durchschnittsnote 1,21, Florian Kenst mit Gesamtnote 1,31 und der besten Fachschulreife von 1,08. Julia Deschl ist mit 1,56 beste Absolventin des Sozialpädagogischen Seminars. 

Mit dem Motto des Abschlussgottesdienstes würden die Absolventen das Jahresthema der Schulgemeinschaft weiterführen, sagte Schulchefin Schwester Maria-Franziska Meier. Durch meditative Überlegungen zu Tür, Schloss und Schlüssel seien sie zusammengekommen, um deren Symbolwert für das Leben zu erschließen. Sie fügte ein weiteres Betrachtungselement hinzu, die Türschwelle. Während die letzten Jahre durch Unterricht, Stundenplan und Praxisberichte geprägt waren, würden die neuen staatlich geprüften Erzieher jetzt die Schwelle in einen neuen Lebensabschnitt übertreten, der ihnen mehr Freiheiten und Möglichkeiten zur eigenständigen Lebensgestaltung eröffne, jedoch auch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein erfordere.

Alle, mit denen die Scheidenden im Gebetsnetz von St. Nikola verbunden sind, teilten die Freude über das Erreichte mit ihnen, aber auch die Sorgen und begleiteten sie im Gebet in den neuen Lebensabschnitt, sagte die Schulleiterin. Die Absolventen gehörten einer Generation an, die erfahren hat, dass alles ständig im Fluss ist und nicht bleibt, wie es einmal war. Ihr Problem seien der heutigen Soziologie zufolge nicht mehr die Grenzen, sondern die Grenzenlosigkeit.

Die Oberin riet den jungen Leuten, die gegebene Freiheit unter Beachtung der eigenen aber auch der Grenzen anderer zu nutzen. Als Reisegepäck gab sie ihnen mit, ihre Herzenstür zu öffnen und viel Liebe zu den ihnen anvertrauten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einzupacken, die Türen der sozialpädagogischen Einrichtungen zu öffnen, in denen sie arbeiten werden, ihr methodisch-didaktisches Können, Fertigkeiten, Fähigkeiten und die erworbenen Kompetenzen zu zeigen. Sie riet zudem, „ein gutes Stück Kontemplation“ mitzunehmen und es sich zu trauen, auch einmal die Tür zuzuschließen, sich Zeit in der Stille zu nehmen, Kraft und Mut zu schöpfen sowie an Jesu Wort „Ich bin die Tür“ aufzutanken. Es gebe auch immer Hintertürchen. Es lohne sich daher, neugierig zu bleiben und diese zu finden. Sie legte ihnen zugleich ans Herz, darauf zu vertrauen, dass Christus trägt. Sie wünschte Gottes Segen.      

Im Abschlussgottesdienst gehe es nicht um praktikable Eingänge in Klassenzimmer oder Kindergarten, sondern um die Lebenstür, sagte Domdekan Helmut Reiner in seiner Predigt. Er erinnerte an Bibelworte zum Thema Tür. Jesus falle nicht mit der Tür ins Haus, er wolle aber, dass die Menschen seine Stimme hören. Hirte sein, könne man nur, wenn man die konkrete Lebenssituation der Menschen kennt. Auch an ihrer zukünftigen pädagogischen Wirkungsstätte brauche es den „Stallgeruch“ mit den Kindern und Jugendlichen, wenn man sie verstehen lernen und sie in ihrem Sosein gelten lässt. Wichtig im Leben sei, Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Auch wenn man keine Entscheidungen treffe, würden nacheinander Türen zufallen, durch die man nicht gehe. Reiner wünschte den Absolventen für ihren Lebensweg und ihre Entscheidungen die Gaben des heiligen Geistes.

Die Noch-Schülerinnen verabschiedeten sich mit einem Segensspruch und Dankesworten an Schulleiterin, Lehrer und Pastoralreferent Thomas Weggartner. Nach einem „kurzen Intermezzo“ an der Fachakademie trete er eine neue Aufgabe an und werde als persönlicher Sekretär „Türöffner“ für Bischof Dr. Stefan Oster, sagte Domdekan Reiner.

Text und Foto: Theresia Wildfeuer

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