Abschlussfeier
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Gut gerüstet für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

18 Absolventen des Modellversuchs „OptiPrax“ an der Fachakademie für Sozialpädagogik verabschieden sich von ihrer Schule / Wertekompass erhalten

 

18 Absolventinnen und Absolventen des ersten Jahrgangs der OptiPrax-Ausbildung, des Modellversuchs „Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen“ an der Fachakademie für Sozialpädagogik (FAKS), haben mit einer stimmungsvollen Andacht zum Thema „Licht am Ende des Tunnels“ in der Krypta mit Schulleiterin Schwester Maria Franziska Meier und Klassenleiterin Gertraud Fuchsberger-Zirbs den Abschluss ihrer Schulzeit gefeiert.

 

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Erziehung wieder mehr in den Fokus rücken: Schwester Maria Franziska Meier (links), Schulleiterin der Fachakademie für Sozialpädagogik, und Klassenleiterin Gertraud Fuchsberger-Zirbs (rechts) verabschiedeten den ersten Jahrgang des Modellversuchs „OptiPrax“ der Erzieherausbildung.

 

Klassenlehrerin Gertraud Fuchsberger-Zirbs erinnerte an die Verkündung des Grundgesetzes vor 70 Jahren und die darin gewährten Grundrechte, die Grundlage für ein friedliches und soziales Zusammenleben sind. Die darin formulierten Ziele und Wertmaßstäbe könnten mit ihrer klaren demokratischen Wertorientierung und ihrem christlichen Menschenbild gerade auch heute, in Zeiten von „Fake News“ und einer Politik der Abschottung gegen Schutzsuchende, von digitalem und Klimawandel, ein Kompass sein. Nicht nur die täglichen Katastrophen-Nachrichten erschreckten, vor allem aber die Ereignisse vor der Haustüre, zum Beispiel dass sich Jugendliche zum Schlägern in einer Passauer Unterführung verabreden und dies für einen der Beteiligten tödlich endet oder dass eine Gruppe Zwölf- bis 14jähriger eine junge Frau vergewaltigen. Hier seien Menschen aus dem Gleichgewicht geraten. Ursachen dafür seien psychische Probleme, Hoffnungslosigkeit, Selbstaufgabe ein Mangel an Geborgenheit und Orientierung.

 

Anker für dies Menschen sei natürlich die Familie, die nicht aus der Verantwortung zu entlassen ist, sagte Fuchsberger-Zirbs. Auf die Familie folgten aber als nächste Instanz Kinderkrippe, Kindergarten, Hort und weitere Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit. Hier seien die Absolventen am Zug. Diese müssten wieder mehr den Fokus auf Erziehung legen.

 

Die jungen Erzieherinnen und Erzieher, die ihre praktische Ausbildung erst Ende August beenden und dann ihre Abschlusszeugnisse und Urkunde der staatlichen Anerkennung erhalten, feierten dennoch den letzten Schultag ihrer dreijährigen Ausbildung. Sie legten an der FAKS ein Fundament an Kompetenzen und erwarben in ihren Ausbildungseinrichtungen das praktische Handwerkszeug für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Fuchsberger-Zirbs riet ihnen, ihren Weg konsequent weiter zu gehen und ihre Talente und Fähigkeiten jeden Tag aufs Neue einzusetzen, für ihre Sache zu kämpfen. Sie seien künftig nicht nur dafür zuständig, dass Kinder und Jugendliche ihre Grundbedürfnisse befriedigen können und beaufsichtigt werden, sondern auch dafür, ihnen Orientierung zu geben. Hierfür sei es notwendig, eine feste Haltung nach dem Werte-Kompass des Grundgesetzes einzunehmen. Kinder und Jugendliche würden die Persönlichkeit, Einstellung und Haltung ihrer Erzieher genau wahrnehmen. Sie seien ihnen Vorbild und vermittelten ihnen die Werte der christlichen Tradition, von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Dies sei ihre besondere Verantwortung.

 

Fuchsberger-Zirbs lobte die Absolventen, die in den letzten drei Jahren neben einem vollen Arbeitstag sich auf den Unterricht an der FAKS und auf Prüfungen vorbereiteten. Sie bewiesen großen Kampfgeist, Durchhaltevermögen und auch, wie sehr sie hinter der Entscheidung für den Erzieherberuf stehen. Sie legte ihnen ans Herz, Vertrauen zu haben und zuversichtlich zu sein, um selbst für andere das Licht am Ende eines Tunnels sein zu können. Sie könnten darauf vertrauen, mit ihrer Ausbildung einen festen Werte- und Orientierungskompass zu haben und die Gewissheit mitnehmen, für den anspruchsvollen, herausfordernden und zugleich beglückenden Beruf der Erzieherin und des Erziehers gut gerüstet zu sein.

 

Schulchefin Schwester Maria Franziska Meier würdigte Fuchsberger-Zirbs dafür, dass sie sich mit ihr für den Modellversuch „OptiPrax“ begeistern ließ, um ihn nach Passau zu holen. Die FAKS sei die einzige in Niederbayern und in Ordensträgerschaft, die den Modellversuch mit damals noch offenem Ende realisierte. Sie dankte ihr zudem für die Unterstützung und Leitung der „OptiPrax“-Klassen und hob auch das Kollegium hervor, das bereit gewesen sei, sich auf den Modellversuch und die daraus resultierende Mehrarbeit einzulassen. Sie dankte auch den Kooperationspartnern, „ohne die es 'OptiPrax' nicht gäbe“, den Vertretern der Träger, den Einrichtungsleitern und Praxisanleitern für die gute Zusammenarbeit sowie den Absolventen, die sich vor vier Jahren für den Modellversuch mit damals noch offenem Ende bewarben. Sie beglückwünschte sie zu ihrem Abschluss und ihren großartigen Leistungen sowie dazu, dass sie während der Ausbildung immer wieder Licht im Tunnel sahen.

 

Die Absolventen betonten im Rahmen des Gottesdienstes die vielfältige Unterstützung und Hilfe, die sie ander FAKS erhielten. Mit einem faszinierenden „O happy day“, begleitet von Gotthard Wölfl am E-Piano, verabschiedeten sie sich von der Schule.

 

Text und Foto: Theresia Wildfeuer (PNP)