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Praxisintegrierte Ausbildung
Wir freuen uns über Bewerbungen für die Praxisintegrierte Ausbildung.
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Allgemeine Informationen
Ab dem Schuljahr 2021/2022 bieten wir parallel zur gegliederten Ausbildungsform (siehe GA) auch die dreijährige Ausbildungsform „praxisintegrierte Ausbildung“ (zuvor OptiPrax) an.
Die Studierenden der Fachakademie sind zugleich Auszubildende bei einem Träger einer sozialpädagogischen Einrichtung. Somit können theoretische Unterweisung und praktische Anleitung in der Erzieherausbildung unmittelbar vernetzt werden.
Der hohe Praxisanteil während der Ausbildungszeit ist insbesondere für Bewerberinnen und Bewerber mit nicht einschlägiger Vorbildung ein Gewinn.
Die Träger sozialpädagogischer Einrichtungen begleiten die Auszubildenden während der gesamten Ausbildungszeit.
Praktika in verschiedenen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern gewährleisten, dass auch in dieser Form die Breitbandausbildung erhalten bleibt.
Bei erfolgreichem Ausbildungsabschluss wird die Berufsbezeichnung “staatlich anerkannte Erzieherin/staatlich anerkannter Erzieher (Bachelor Professional in Sozialwesen)” - Zuordnung zu Niveaustufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) - verliehen.
Seit September 2023 wird in allen Ausbildungsformen kein Schulgeldeigenanteil erhoben, es fällt lediglich eine jährliche Gebühr neben sonstigen Auslagen, wie z. B. für Fachliteratur, Exkursionen, Musikinstrument u. a. an.
In der praxisintegrierten Ausbildung wird eine tarifliche Vergütung gewährt.
Ausbildungsvergütung nach TVAöD – BT-Pflege (ab 01.05.2026) mindestens:
1. Jahr: 1.490,69 €
2. Jahr: 1.552,07 € (bis zu 100% in den Stellenschlüssel einrechenbar)
3. Jahr: 1.653,38 € (bis zu 100% in den Stellenschlüssel einrechenbar)
Zugangsvoraussetzungen (gemäß § 6 FakO):
Die Aufnahme in das erste Studienjahr der Fachakademie für Sozialpädagogik setzt Folgendes voraus:
- die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschlreife und jeweils einen Nachweis über mindestens 200 Zeitstunden Tätigkeit in einer sozialpädagogischen Einrichtung
oder - einen mittleren Schulabschluss und eine einschlägige berufliche Vorbildung durch
a) eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem sozialpädagogischen, pädagogischen, sozialpflegerischen, pflegerischen oder rehabilitativen Beruf mit einer Regelausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren,
b) eine abgeschlossene Berufsausbildung mit einer Regelausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren und einen Nachweis über mindestens 200 Zeitstunden Tätigkeit in einer sozialpädagogischen Einrichtung,
c) ein erfolgreich abgeschlossenes sozialpädagogisches Seminar oder ein erfolgreich abgeschlossenes sozialpädagogisches Einführungsjahr oder
d) eine einschlägige berufliche Tätigkeit von mindestens vier Jahren,
und - die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses, das nicht älter als drei Monate ist und ausweist, dass die Bewerberin oder der Bewerber für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers geeignet ist,
- die Vorlage eines amtlichen Führungszeugnisses, das nicht älter als drei Monate ist,
und - das Fehlen von Anhaltspunkten, die die Bewerberin oder den Bewerber als ungeeignet für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers erscheinen lassen.
Zusätzlich: Vertrag über die praktische Ausbildung mit dem Träger einer sozialpädagogischen Einrichtung (Kooperationspartner)
Stundentafel
Bei der Weiterentwicklung der Erzieherausbildung, beginnend bei der Neustrukturierung des Sozialpädagogischen Seminars, wurde ein Lehrplanmodell entwickelt, das zum einen den Erfordernissen einer aktuellen Lehrplangestaltung Rechnung trägt und zum anderen verschiedenste Formen der Unterrichtsgestaltung möglich macht.
Übersicht über die Lernfelder:
- Berufliche Identität und professionelle Perspektiven weiterentwickeln
- Pädagogische Beziehungen gestalten und mit Gruppen pädagogisch arbeiten
- Lebenswelten und Diversität wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern
- Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten
- Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen gestalten sowie
Übergänge unterstützen - Institution und Team entwickeln sowie in Netzwerken kooperieren
Das Fach Pädagogik/Psychologie/Heilpädagogik vermittelt vertiefte Kenntnisse in Pädagogik und Psychologie sowie spezielle heilpädagoigsche Ansätze, um Kinder und Jugendliche (mit besonderen Bedürfnissen) gezielt zu unterstützen und ganzheitlich zu fördern.
Das Fach Politik und Gesellschaft / Soziologie vermittelt grundlegende Kenntnisse über die sozialen und politischen Rahmenbedingungen des Berufs von Erzieherinnen und Erziehern.
In Politik werden die Grundlagen der Demokratie sowie die politischen Rahmenbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendarbeit beleuchtet. In Gesellschaft werden gesellschaftliche Strukturen, sozialstrukturelle Bedingungen und Wandlungsprozesse in den Blick genommen. Soziologie bietet einen Einblick in sozialwissenschaftliche Modelle und Theorien.
Das Fach Mathematische-naturwissenschaftliche Bildung zeigt den Studierenden praxisnahe Möglichkeiten auf, naturwissenschaftliches und mathematisches Denken bei Kindern zu fördern und dies in den Berufsalltag zu integrieren.
Mit Experimenten, themenorientierten Lernumgebungen, Spielen und Projekten werden Mathematik und Naturwissenschaften erlebbar und die eigene Forscherfreude wird geweckt.
In Ökologie und Gesundheitspädagogik erwerben die Studierenden ein fundiertes Wissen zu gesundheitsrelevanten Themen wie Ernährung, Suchtprävention, Selbstmanagement, Gesundheitsschutz und chronische Erkrankungen. Gleichzeitig lernen sie Bildungsansätze zum Natur- und Umweltschutz sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als wichtige Querschnittsaufgabe kennen.
Die Studierenden üben praxisnahe Umsetzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Zielgruppen ein, beispielsweise durch Naturspiele, Wald-Workshops oder Thementage.
In Recht und Organisation werden die rechtlichen Grundlagen für die sozialpädagogische Arbeit anhand praxisnaher Beispiele vermittelt. Inhalte sind beispielsweise Zivilrecht mit elterlicher Sorge und Aufsichtspflicht, Straf- und Jugendstrafrecht, das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII), rechtliche Aspekte zu Menschen mit Behinderung (SGB IX) sowie Sozialdatenschutz und Anforderungen an pädagogische Einrichtungen und Fachpersonal.
In Literatur- und Medienpädagogik steht die Erweiterung der eigenen Medienkompetenz im Mittelpunkt.
Die Studierenden setzen sich mit den vielfältigen medialen Herausforderungen in der pädagogischen Arbeit auseinander. Das Medienverhalten unterschiedlicher Zielgruppen wird analysiert. Dabei werden sowohl Formen der Kinder- und Jugendliteratur als auch der Einsatz digitaler Medien theoretisch erschlossen, deren Anwendung reflektiert und praxisorientiert umgesetzt.
Der Englischunterricht knüpft an die bereits erworbenen Sprachkenntnisse an und legt den Fokus auf anwendungsbezogenes Lernen.
Die Studierenden üben sich beispielsweise darin, Fragen zu einm Text auf Englisch in eigenen Worten zu beantworten, Texte zum Englischen ins Deutsche zu übersetzen, eine Erörterung auf Englisch zu verfassen und die erlernte englische Grammatik sicher anzuwenden.
In Deutsch entwickeln die Studierenden Sicherheit im mündlichen und schriftlichen Ausdruck.
Die theoretischen Grundlagen werden praktisch erprobt, beispielsweise durch das Verfassen von Beobachtungsprotokollen oder Elternbriefen. Literarische Texte werden analysiert, um das Textverständnis zu vertiefen und um Kinder und Jugendliche gezielt in ihrer literarischen und sprachlichen Entwicklung begleiten zu können..
In Theologie erwerben angehende Erzieherinnen und Erzieher ein fundiertes Verständnis der katholischen Glaubenslehre und ihrer Werte.
Die Studierenden setzen sich mit biblischen Texten und kirchichen Traditionen auseinander, um die Bedeutung von Glauben und Spiritualität in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu erkennen. Ziel ist es, diese theologischen Grundlagen in die pädagogische Praxis zu integrieren und somit eine wertvolle Orientierung für die Entwicklung junger Menschen zu bieten.
Die Religionspädagogik vermittelt angehenden Erzieherinnen und Erziehern die notwendigen Methoden und Ansätze, um religiöse Bildung und Erziehung aktiv zu gestalten.
Die Studierenden lernen, wie sie Kinder und Jugendliche in ihrer spirituellen Entwicklung unterstützen und sie bei der Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen begleiten können. Durch die Förderung von Glaubensidentität und Werten werden die zukünftigen Fachkräfte befähigt, eine positive und respektvolle Erziehung zu gestalten.
Praxis- und Methodenlehre mit Gesprächsführung vermittelt die grundlegenden Kompetenzen für ein reflektiertes und professionelles Handeln von Erzieherinnen und Erziehern in unterschiedlichen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern.
Die fundierten Kenntnisse befähigen die Studierenden, Gruppenprozesse systematisch zu beobachten, Billdungs- und Lernarrangements ressourcenorientiert zu gestalten und Gespräche mit allen am Erziehungsprozess Beteiligten professionell zu führen. Theorie und praktische Ausbildung werden eng verknüpft und durch berufliche Handlungssituationen vertieft. Berücksichtigt werden insbesondere die Querschnittsaufgaben wie Inklusion und Partizipation.
In Kunst- und Werkpädagogik werden die Grundlagen künstlerischer und gestalterischer Techniken vermittelt und praktisch eingeübt.
Die Studierenden lernen kunstgeschichtliche Bezüge sowie Methoden zur Kreativitätsförderung kennen. Das Experimentieren mit Farb- und Formgestaltungen mit unterschiedlichen Materialien und Methoden befähigt sie, kunst- und werkerzieherische Aktivitäten für unterschiedliche Zielgruppen zu planen und zu realisieren. Künstlerische und handwerkliche Kompetenzen werden gestärkt.
In Musik erwerben die Studierenden grundlegende Kenntnisse in Musiktheorie, Rhythmik und musikalischer Früherziehung und stärken dadurch ihre musikalische Kompetenz. Zudem üben sie sich darin, Musikaktivitäten altersgerecht zu planen, rhythmische Bewegungs- und Tanzspiele anzuleiten, Instrumente einzusetzen und Kinder motivierend an Musik heranzuführen. Ziel ist es, Musik als Mittel zur ganzheitlichen Entwicklung von Kindern in die pädagogische Praxis kreativ zu integrieren.
Bewegungspädagogik befast sich mit der Förderung der körperlichen und motorischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch gezielte Bewegungsangebote. Bewegung dient als pädagogisches Medium zur Entwicklungs- und Gesundheitsförderung sowie zur Unterstützung von Erziehungs- und Bildungsprozessen, insbesondere im Hinblick auf die drei Kernkompetenzen: Ich-, Sach- und Sozialkompetenz.
Die Praktische Ausbildung ermöglicht den Studierenden praxisnahe Erfahrungen in einer sozialpädagogischen Einrichtung.
Die Studierenden üben sich darin, Bildungsaktivitäten zu planen, durchzuführen und auszuwerten sowie tägliche Aufgaben im pädagogischen Alltag zu übernehmen. Ihre pädagogische Arbeit dokumentieren sie in Form von Praxisberichten. Die Reflexion des erzieherischen Handelns erfolgt unter professioneller Anleitung und erweitert so gezielt die fachlichen Kompetenzen.
Übungen
In Übung zu Pädagogik/Psychologie/Heilpädagogik werden spezielle Handlungs- und Themenfelder aus diesen Disziplinen vertieft und aus systemischer Sicht analysiert. Die Studierenden üben sich darin, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Wechselwirkung mit Familie, Gruppe und Institution ganzheitlich wahrzunehmen. Darauf aufbauend entwickeln sie ressourcen- und bedürfnisorientierte Bildungs- und Förderziele und erstellen ein methodengeleitetes Handlungskonzept.
Die Übung zu Religionspädagogik unterstützt die Studierenden, ihr theologisches Wissen praktisch anzuwenden. In Workshops, Rollenspielen und Gruppenarbeiten erproben sie dessen Anwendung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Diese praxisorientierte Herangehensweise stärkt das Verständnis für die Lebenswelt junger Menschen und die Fähigkeit, pädagogische Aktivitäten gezielt an ihren individuellen Bedürfnissen auszurichten.
In Übung zu Kleinstkindpädagogik erwerben die Studierenden ein fundiertes Wissen für die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren. In praxisnahen Übungen lernen sie, Entwicklungsprozesse zu beobachten, Bildungsangebote altersgerecht zu planen sowie einfühlsam zu kommunizieren und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Ziel ist die professionelle, respektvolle und situationsgerechte Begleitung der Kleinsten in der pädagogischen Praxis.
Die Übung zu Praxisreflexion unterstützt die Studierenden, das theoriegeleitete Wissen in der Praxis anzuwenden. Sie setzen sich mit zielgruppen- und einrichtigungsspezifischen Ansätzen in unterschiedlichen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern auseinander und lernen eine Methodenvielfalt kennen, um individuell auf die unterschiedlichen Bedürfnisse, Lebenslagen und Entwicklungsstände von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eingehen zu können. Im kollegialen Austausch sowie durch praxisorientierte Übungen und Feedbackgespräche stärken die Studierenden ihre Erzieherpersönlichkeit und insbesondere ihre Fähigkeit zur professionellen Reflexion.
Die Übung zu Erlebnispädagogik zeigt praxisnahe Methoden auf, die Kinder und Jugendliche durch handlungsorientierte Erfahrungen in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung stärken. Naturerlebnisse, Gruppenaufgaben oder Abenteueraktionen werden gezielt eingesetzt, um Teamfähigkeit, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein zu fördern. Erlebnispädagogische Ansätze verbinden Theorie mit aktiver Praxis und unterstützen die Lernprozesse nachhaltig.