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SEJ

Sozialpädagogisches ­Einführungsjahr

Wir freuen uns über Bewerbungen für das Sozialpädagogische Einführungsjahr.

SEJ

Allgemeine Informationen

Die Fachakademie für Sozialpädagogik befähigt die Studierenden, als Erzieherin oder Erzieher in Tageseinrichtungen für Kinder, in Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe, Einrichtungen der Jugendarbeit sowie in anderen sozialpädagogischen Bereichen selbstständig tätig zu sein (vgl. Fachakademieordnung - FakO vom 23.07.2021 in der jeweils gültigen Fassung).

Die Aufnahme in das erste Studienjahr der Fachakademie für Sozialpädagogik setzt unter anderem einen mittleren Schulabschluss und eine einschlägige berufliche Vorbildung voraus (vgl. §6 FakO).

Aufbauend auf einem mittleren Schulabschluss kann die einschlägige berufliche Vorbildung an der Fachakademie für Sozialpädagogik im einjährigen sozialpädagogischen Einführungsjahr erworben werden.

Das sozialpädagogische Einführungsjahr gliedert sich in einen überwiegend theoretischen Teil - Unterricht an der Fachakademie - und einen fachpraktischen Teil - Tätigkeit in der sozialpädagogischen Einrichtung (sozialpädagogische Praxis).

Das sozialpädagogische Einführungsjahr stellt eine erste intensive Begegnung mit sozialpädagogischen Arbeitsfeldern dar und muss als entscheidende Phase im Hinblick auf Berufsmotivation und grundlegende berufliche Orientierung gesehen werden. In diesem Zusammenhang ist das SEJ als Orientierungsphase zu verstehen, in der die Erzieherpraktikantinnen und Erzieherpraktikanten einerseits die sozialpädagogischen Einrichtungen, sich selbst und die berufliche Rolle erkunden und im praktischen Tun erfahren. Andererseits müssen sie Denk- und Handlungsmuster, Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben, welche als Voraussetzung für die Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher erforderlich sind.

Der Abschluss “Staatlich geprüfte Kinderpflegerin / Staatlich geprüfter Kinderpfleger” kann an der Berufsfachschule für Kinderpflege erreicht werden. Dazu ist im Anschluss an das Sozialpädagogische Einführungsjahr der Besuch der 11. Klasse notwendig (Informationen dazu erteilen die Berufsfachschulen).

Zulassungsvoraussetzungen zum SEJ

Zulassungsvoraussetzungen für die Aufnahme in das Sozialpädagogische Einführungsjahr sind:

  • ein mittlerer Schulabschluss
  • genehmigte Praxisstelle (in Vollzeit, mit einer Mindestvergütung von 650 €)
    (Die sozialpädagogische Praxis kann nur durchgeführt werden, wenn die jeweilige Praxisstelle von der zuständigen Fachakademie genehmigt ist. Die Schulleiterin berät gerne bei der Auswahl.)
  • Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses (Vordruck an unserer Fachakademie erhältlich)
  • Bewerber mit einer anderen Muttersprache als Deutsch müssen außerdem nachweisen, dass sie über hinreichende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift (mindestens Niveau B2) verfügen.

Stundentafel

Übersicht über die Lernfelder:

  • LF 1 Sozialpädagogische Arbeitsfelder wahrnehmen und eine berufliche Identität entwickeln
  • LF 2 Pädagogische Beziehungen gestalten und mit Gruppen pädagogisch arbeiten
  • LF 3 Lebenswelten und Diversität wahrnehmen und eine inklusive Haltung entwickeln
  • LF 4 Sozialpädagogische Bildungsarbeit professionell mitgestalten
  • LF 5 Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen mitgestalten sowie Übergänge unterstützen
  • LF 6 Im Team mitarbeiten und Netzwerke kennenlernen

Pflichtfächer

Pädagogik und Psychologie

Pädagogik/Psychologie vermittelt grundlegende Kenntnisse, die für ein professionelles Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern von Bedeutung sind. Es werden theoretische Grundlagen und pädagogische Maßnahmen vorgestellt, um Entwicklungsprozesse bei jungen Heranwachsenden zu verstehen, erzieherische Situationen fachlich einzuschätzen und gezielt zu begleiten.

Deutsch und Kommunikation

In Deutsch entwickeln die Erzieherpraktikantinnen und Erzieherpraktikanten Sicherheit im mündlichen und schriftlichen Ausdruck. Die theoretischen Grundlagen werden praktisch erprobt, beispielsweise durch das Verfassen von Beobachtungsprotokollen oder Elternbriefen. Literarische Texte werden analysiert, um das Textverständnis zu vertiefen und um Kinder und Jugendliche gezielt in ihrer literarischen und sprachlichen Entwicklung beigleiten zu können.

Englisch

Der Englischunterricht knüpft an die bereits erworbenen Sprachkenntnisse an und legt den Fokus auf anwendungsbezogenes Lernen. Die Erzieherpraktikantinnen und Erzieherpraktikanten üben sich beispielsweise darin, Fragen zu einm Text auf Englisch in eigenen Worten zu beantworten, Texte zum Englischen ins Deutsche zu übersetzen, eine Erörterung auf Englisch zu verfassen und die erlernte englische Grammatik sicher anzuwenden.

Musik- und Bewegungspädagogik

In Musik erwerben die Erzieherpraktikantinnen und Erzieherpraktikanten grundlegende Kenntnisse in Musiktheorie, Rhythmik und musikalischer Früherziehung und stärken dadurch ihre musikalische Kompetenz. Zudem üben sie sich darin, Musikaktivitäten altersgerecht zu planen, rhythmische Bewegungs- und Tanzspiele anzuleiten, Instrumente einzusetzen und Kinder motivierend an Musik heranzuführen. Ziel ist es, Musik als Mittel zur ganzheitlichen Entwicklung von Kindern in die pädagogische Praxis kreativ zu integrieren.

Bewegungspädagogik befast sich mit der Förderung der körperlichen und motorischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch gezielte Bewegungsangebote. Bewegung dient als pädagogisches Medium zur Entwicklungs- und Gesundheitsförderung sowie zur Unterstützung von Erziehungs- und Bildungsprozessen, insbesondere im Hinblick auf die drei Kernkompetenzen: Ich-, Sach- und Sozialkompetenz.

Kunst- und Werkpädagogik

In Kunst- und Werkpädagogik werden die Grundlagen künstlerischer und gestalterischer Techniken vermittelt und praktisch eingeübt. Die Erzieherpraktikantinnen und Erzieherpraktikanten lernen kunstgeschichtliche Bezüge sowie Methoden zur Kreativitätsförderung kennen. Das Experimentieren mit Farb- und Formgestaltungen mit unterschiedlichen Materialien und Methoden befähigt sie, kunst- und werkerzieherische Aktivitäten für unterschiedliche Zielgruppen zu planen und zu realisieren. Künstlerische und handwerkliche Kompetenzen werden gestärkt.

Naturwissenschaft und Gesundheit

Naturwissenschaftlich-mathematische Bildung vermittelt ein vertieftes Wissen, um Kindern Zugänge zu Naturphänomenen, Zahlenwelten und mathematischem Denken zu eröffnen. Zugleich widmet sich das Fach der Gesundheitsbildung. Fachlich fundierte Kenntnisse über gesunde Ernährung, Hygiene und Infektionsschutz stärken die eigene Handlungskompetenz in der Praxis und bildet somit die Grundlage, Kinder auf ihrem Weg zu einem gesundheitsbewussten Verhalten zu begleiten.

Religionspädagogik und ethische Erziehung

Die ethische Erziehung legt den Fokus auf die Vermittlung von moralischen Werten und ethischen Prinzipien, die für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen von zentraler Bedeutung sind. Die Erzieherpraktikantinnen und Erzieherpraktikanten lernen, wie sie Verantwortung und Werte in ihrer Erziehung leben und vermitteln können; mit dem Ziel eine respektvolle und gerechte Erziehung zu fördern, die die persönliche und soziale Entwicklung junger Menschen unterstützt.

Praxis- und Methodenlehre mit Kleinstkindpädagogik

In Praxis- und Methodenlehre mit Kleinstkindpädagogik steht das professionelle pädagogische Handeln mit Kindern unter drei Jahren im Mittelpunkt. Fundierte Kenntnisse in diesem Bereich befähigen die Erzieherpraktikantinnen und Erzieherpraktikanten, Übergänge feinfühlig zu begleiten, Entwicklungsprozesse zu beobachten sowie Bildungsaktivitäten methodisch zu planen, umzusetzen und zu reflektieren. Eine ressourcenorientierte Grundhaltung und eine vertrauensvolle Beziehung bilden die Grundlage für eine sichere und lernförderliche Umgebung.

Sozialpädagogische Praxis

Die Erzieherpraktikantinnen und Erzieherpraktikanten werden zweimal jährlich von einer Lehrkraft in Ihrer Praxisstelle besucht. Dabei beobachtet die Lehrkraft sowohl selbst geplante Bildungsaktivitäten als auch die Phasen des freien Arbeitens im pädagogischen Alltag. In gemeinsamen Reflexionsgesprächen mit der Praxisanleitung werden die Praxiserfahrungen ausgewertet und der Kompetenzzuwachs reflektiert. Berichte und Beurteilungen unterstützen die kontinuierliche Weiterentwicklung der beruflichen Handlungskompetenz.